Siegener Heinz-Joachim Schindler als „Vorbildlicher Gründer im Handwerk“ geehrt

mavo Siegen. Als seine Kumpel aus dem Kindergarten noch davon träumten, einmal als Pilot oder Astronaut das nötige Kleingeld zu verdienen, hatte Heinz-Joachim Schindler schon ganz andere Pläne. Schon als Fünfjähriger wusste er: „Ich werde einmal Chef, will damit anderen Menschen helfen.“

Den Sandkasten-Traum hat Schindler nie aus den Augen verloren, er hat gezielt darauf hingearbeitet. Lehre als Orthopädietechniker, Meisterprüfung, dann die Prüfung als Betriebswirt des Handwerks. So paradox es klingen mag: Eine Branchenkrise ließ den Kindertraum von Schindler dann wahr werden. 1999 gründete er, 34-jährig, zusammen mit seiner Frau Barbara (Bandagistenmeisterin) die Firma „Schindler Orthopädie“.

Eine erfolgreiche Gründung: Auf der Internationalen Handwerksmesse in München erhielt er in der vergangenen Woche den vierten Preis im bundesweiten Wettbewerb „Vorbildliche Gründer im Handwerk“. Ausgeschrieben war der Wettbewerb unter den fast 130 000 Existenzgründern im Handwerk der vergangenen zwei Jahre. Eine Jury bewertete Unternehmenskonzept, die Umsetzung und das Ergebnis.

Für Heinz-Joachim Schindler gab es in München ein Extra-Lob von Handwerkspräsident Dieter Philipp und Matthias Wissmann, dem wirtschaftspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Anerkennung deshalb, weil es Schindler geschafft hat, sich in einer Branche durchzusetzen, deren Kunden (Ärzte, Krankenhäuser, Kassen) zum Sparen verpflichtet sind.

Der bundesweit gelobte Betrieb hat seinen Sitz in der Freudenberger Straße in Siegen, in einer ehemaligen Backstube. Das Betriebsgebäude hat den Charakter eines Einfamilienhauses. Und auch die 17 Mitarbeiter gehen miteinander um wie eine Familie. „Das“, lobt Schindler, „ist sicher der wesentlichste Grund, warum wir so erfolgreich gestartet sind.“ Verantwortlich dafür ist sicher auch sein Führungsstil. „Nach den schlechten Erfahrungen mit dem patriarchalischen Führungsstil in großen Unternehmen habe ich in meinem Haus eine familiäre Atmosphäre geschaffen. Denn Herzlichkeit untereinander ist wichtig, das können wir auch den Patienten vermitteln“, sagt er selbst. Was die Münchener Jury ebenfalls lobte: Mitarbeiter von Schindler kennen Zahlen und Ziele des Unternehmens.

Vier Angestellte hat Heinz-Joachim Schindler 1999 gehabt.
Heute sind es 17. „Und wir werden bald aufstocken müssen“, sagt der Mann, der schon immer Chef werden wollte. Spezialisiert hat sich das Unternehmen auf die Orthopädietechnik, kooperiert in anderen traditionellen Bereichen eines Sanitätshauses mit Partnern.

Schindler Orthopädie. Spürbar menschlich.